Warum Krabbeln ein (wichtiger) Meilenstein ist
Heute teilt Lindsay, pädagogische Fachkraft und 1000 Dagen babycoach bei Kideo Kinderopvang, ihre wertvollen Einblicke zu einem wesentlichen Meilenstein in der Entwicklung deines Babys: dem Krabbeln. Bei Kideo, unserer Kinderbetreuung, sehen wir täglich, wie Kinder sich Schritt für Schritt entwickeln. Von den ersten Bewegungen bis zu wichtigen Meilensteinen – ein wunderschöner Prozess des Wachsens und Entdeckens
Einer dieser Meilensteine ist das Krabbeln – eine Bewegung, die nicht nur körperlich wichtig ist, sondern auch tief mit der kognitiven und emotionalen Entwicklung eines Kindes verwoben ist.
„Beim Krabbeln macht der Körper eine Überkreuzbewegung. Durch diese Bewegung wird der Balken im Gehirn aktiviert.“
In meiner Arbeit als pädagogische Fachkraft in der Babygruppe darf ich die Entwicklung eines Babys immer wieder aus nächster Nähe miterleben. Ich darf sie jeden Tag wachsen sehen, und das finde ich nach wie vor etwas Besonderes! Vor ihrem ersten Geburtstag haben sie schon eine ganze Menge motorischer Entwicklung durchgemacht.
Zuerst konnte dein Kind nur auf dem Rücken liegen, aber schon bald hat es sich gedreht, gesessen und hoffentlich auch viel gekrabbelt. Trotzdem sehe ich in der Gruppe auch oft Kinder, bei denen die motorische Entwicklung aus welchem Grund auch immer „anders“ verläuft. Manchmal werden wichtige Meilensteine sogar ganz übersprungen.
Krabbeln zu können ist so ein wichtiger Meilenstein. Ich erzähle dir gern mehr über dieses Bewegungsmuster und warum es gerade so wichtig ist, dass dein Kind diesen Meilenstein nicht überspringt.
Wenn dein Baby geboren wird, kommt es mit einem ganzen Paket an Reflexen zur Welt. Damit kann dein Baby verschiedene Bewegungsmuster ausführen. Auch das Krabbeln ist eine reflexartige Bewegung. Sie zeigt sich meist kurz nach der Geburt und wird „Breast Crawl“ genannt. Dein Kind kann von deinem Bauch aus selbstständig zur Brust robben, um sich selbst zu ernähren. Das Krabbeln ist ein Reflex und in jedem Körper angelegt. Das heißt, dass jedes Baby in der Lage sein sollte, krabbeln zu können.
Trotzdem kann dein Baby dir mit seiner Körperhaltung auch etwas anderes erzählen. Signale, an denen du erkennen kannst, dass dein Baby das Krabbeln vielleicht überspringt.
Krabbeln hat eine wichtige Funktion für das Babygehirn
Oft wird gedacht, dass Krabbeln nötig ist, um später laufen zu können. Letztlich lernen auch Kinder laufen, die nicht krabbeln – warum ist das Krabbeln dann so wichtig?
Beim Krabbeln macht der Körper eine Überkreuzbewegung. Durch diese Bewegung wird der Balken im Gehirn aktiviert. Der Balken ist ein wichtiger Bereich in unserem Gehirn, in dem sich Nervenbahnen kreuzen. So wird die linke Gehirnhälfte mit der rechten Gehirnhälfte verbunden. In unserem Alltag wechseln wir ständig zwischen unserer linken Gehirnhälfte (dem Teil für das logische Denken) und unserer rechten Gehirnhälfte (dem Teil, der sich auf das emotionale Erleben richtet). Um die Welt gut verstehen und darauf reagieren zu können, ist es wichtig, dass deine Gehirnhälften gut zusammenarbeiten.
Das Krabbeln hat also eine wichtige Funktion für die kognitive Entwicklung und die Stressempfindlichkeit deines Kindes. Je mehr Krabbelstunden dein Kind sammelt, desto besser!
Oft gibt es schon frühe Signale, an denen du erkennen kannst, dass dein Kind das Krabbeln überspringen könnte:
- Dein Kind liegt nicht gern auf dem Bauch
- Dein Kind hat Mühe, sich über beide Seiten zu drehen
- Dein Kind kann sich nicht selbstständig hinsetzen
- Dein Kind stellt sich lieber hin, statt zu krabbeln