Babygebärden | Das musst du wissen, um Frust bei deinem Kind zu vermeiden
2 mei 2024 · 5 min leestijd

Babygebärden | Das musst du wissen, um Frust bei deinem Kind zu vermeiden



Mit diesen 5 Tipps startest auch du erfolgreich mit Babygebärden und vermeidest Frustmomente.



Als Elternteil eines Babys, Kleinkinds oder Kindergartenkindes kennst du diese Situation wahrscheinlich: Dein Kind wird ganz aufgebracht, weil es etwas deutlich machen will, aber die Worte dafür noch fehlen. Die meisten Kinder durchlaufen nach ihrem ersten Lebensjahr eine Phase, in der sie schnell frustriert sind und Wutanfälle entwickeln können.


Die Ursache? Sie wollen dir etwas mitteilen, fühlen sich aber nicht verstanden. In diesem Artikel findest du Informationen darüber, wie Babygebärden diesen Frust vermeiden können, und bekommst 5 Tipps, um zu Hause erfolgreich mit einigen Babygebärden zu starten.

Frust und Babygebärden


Versetze dich einmal in ein einjähriges Kind: Du hast dir im vergangenen Jahr riesige Mühe gegeben, zu wachsen und neue Fähigkeiten zu lernen. Du kennst schon erste Wörter wie „Papa“, „Mama“ und „Katze“. Du verstehst schon, wenn Mama oder Papa sagt, dass es Essen gibt oder dass du ins Bett gehst, du hast eigene Ideen und Bedürfnisse. Manchmal verstehen deine Eltern dich prima, aber ab und zu brauchst du etwas oder willst etwas mitteilen, und sie scheinen dich überhaupt nicht zu verstehen. Nach dem Essen denkst du zum Beispiel: „Ich bin noch nicht fertig, ich will noch Banane.“ Du machst das deutlich, indem du mit den Armen wedelst und Geräusche machst. Aber statt einer Banane wirst du aus dem Stühlchen gehoben und auf deine Decke gelegt. Super frustrierend, und gut verständlich, dass du das Mama und Papa auch kurz zeigst. Mit einer einfachen Gebärde kann diese Situation ganz anders verlaufen. Stell dir vor, dein Kind kennt die Gebärde für Banane und kann so schon vor den gesprochenen Worten seinen Wunsch mitteilen. Dadurch klappt die Verständigung zwischen dir und deinem Kind, und der Frustmoment bleibt aus.


Was sind Babygebärden?

Babygebärden - das heißt, einfache Bewegungen zur Unterstützung der Wörter hinzuzufügen, die du aussprichst. Du sprichst ganz normal weiter mit deinem Kind – denn klar, an erster Stelle steht natürlich immer, dass dein Kind die gesprochene Sprache so gut wie möglich lernen kann.

Beim Sprechen setzt du deine Hände aber stärker ein. Dadurch werden die ausgesprochenen Wörter für dein Kleines auch sichtbar, was die Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten fördert.

Es ist eigentlich dasselbe Prinzip wie beim Winken zum Abschied: Du bewegst die Hände hin und her, während du „Tschüss“ sagst. Weil dein Kind das bei dir sieht, lernt es die Bedeutung der Bewegung und wird sie mit der Zeit übernehmen.

Es ist nicht nötig, die Gebärden mit deinem Kind zu „üben“ oder besonders oft vorzumachen. Du nutzt die Gebärde ganz natürlich in den Momenten, in denen du das dazu passende Wort aussprichst. 



Schon ab 6 Monaten kommuniziert dein Kind mit den Händen

Die ersten Gebärden kann ein Kind schon ab 6 Monaten machen. Das liegt daran, dass die großen Bewegungen der Hände früher entwickelt sind als die kleinen Muskeln, die wir zum Aussprechen von Wörtern brauchen.


Im Durchschnitt beginnen Kinder zwischen 8 und 10 Monaten, die Gebärden zu nutzen. Im Vergleich zur Sprachentwicklung startest du mit Gebärden die Kommunikation einige Monate früher. Dass dein Kind sich so früh in der Entwicklung schon verständlich machen kann, stärkt die Verbindung und sorgt für guten Kontakt zwischen dir und deinem Kleinen.


Tipps für den Start mit Babygebärden

Hast du Lust, ein paar Babygebärden auszuprobieren? Mit diesen 4 Tipps bekommst du das „Know-how“ und unterstützt die Kommunikation mit Gebärden erfolgreich.


Tipp 1: Fang nicht zu früh an

Von 6 Monaten bis 2 Jahren ist die Wirkung von Babygebärden am größten. Das ist deshalb auch der Zeitraum, in dem ich den Start mit Babygebärden empfehlen würde. Bei einem jungen Kind von 6 Monaten dauert das Lernen der Gebärden deutlich länger als bei einem Kind von zum Beispiel 1 Jahr. Das Koordinieren der Hände zu lernen nimmt schlicht noch viel Zeit in Anspruch.

Bist du selbst eher ungeduldig? Dann starte lieber etwas später in der Entwicklung mit den Gebärden. Die Chance, dass dein Kind die Gebärden dann innerhalb weniger Wochen übernimmt, ist viel größer, als wenn du schon mit 6 Monaten anfängst.


Tipp 2: Gebärden für Eltern – Gebärden für Kinder

Grob gesagt gibt es zwei Arten von Gebärden: „Gebärden für Eltern“ und „Gebärden für Kinder“. „Gebärden für Eltern“ sind die Gebärden, die praktisch sind, um zum Beispiel Grenzen zu setzen. Denk an die Gebärde für „warten“, „fertig“ oder „vorsichtig“. „Gebärden für Kinder“ sind Gebärden über Dinge oder Situationen, die dein Kind sehr mag und über die es gern mehr erzählen will.

Um erfolgreich mit Gebärden zu starten, ist es wichtig, beide Arten von Gebärden zu nutzen. Wähle für den Anfang vor allem auch Gebärden für Dinge, die dein Kind sehr mag oder die für dein Kind eine direkte positive Funktion in der Kommunikation haben. Dadurch wird dein Kind eher dazu neigen, die Gebärden selbst zu nutzen.


„Schon ab 6 Monaten kommuniziert dein Kind mit den Händen“

Martina Paulmann


Tipp 3: Ein kleiner Anfang

Du musst keine Gebärdendolmetscher:in werden, um mit Babygebärden erfolgreich Frustmomente zu vermeiden. Es reicht schon, wenn du mit 6 bis maximal 12 Gebärden startest. So bleibt das Lernen der Gebärden für dich und dein Kind machbar.

Sobald dein Kind die ersten Gebärden zu nutzen beginnt, kannst du Schritt für Schritt eine neue Gebärde ergänzen. So wächst du gemeinsam mit deinem Kind und lernst ganz einfach die Gebärden, die zu dir und deinem Kind passen.


Tipp 4: Sorge für eine Gedächtnisstütze 

Wenn du gerade erst mit Gebärden angefangen hast, ist es die Kunst, im Trubel des Tages daran zu denken. Kein Stress! Es ist normal, dass du es mal vergisst oder die Gebärden weglässt, wenn es gerade nicht passt.

Grundsätzlich ist es aber wichtig, dass du die Gebärden, die du gewählt hast, einigermaßen konsequent weiter nutzt. Eine Gedächtnisstütze kann dabei helfen. Eine Gedächtnisstütze kann zum Beispiel ein Post-it am Kühlschrank sein oder ein (selbst gemachtes) Poster mit den Gebärden, die du mit deinem Kind nutzt.


So lernst du Babygebärden mit dem Gebarendoodle 



Zu beiden Büchern gibt es schöne Poster mit allen Gebärden als Gedächtnisstütze. Die Bücher sind eine schöne Möglichkeit, ganz niedrigschwellig mit Babygebärden zu starten oder gemeinsam mit deinem Kind die Gebärden anzuschauen. 


In der Gebärden-Academy  lernst du in einzelnen kurzen Modulen die schönsten Babygebärden rund um Themen, Lieder und Kinderbücher. Das ist die beste Option für eine gute und umfassende Gebärdenbasis und wenn du vorhast, Gebärden auch beim Vorlesen und Singen.




Möchtest du mehr wissen über Martina Paulmann?

Dann besuche für mehr Informationen ihre Website: gebarendoodle.nl/

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