Babygebärden: so vermeidest du Frust bei deinem Kleinen
2 mei 2024 · 6 min leestijd

Babygebärden: so vermeidest du Frust bei deinem Kleinen

Babygebärden sind einfache Handbewegungen, die du zu den Wörtern machst, die du aussprichst. So kann dein Kind schon ab 6 Monaten deutlich machen, was es möchte, Monate bevor die gesprochenen Wörter kommen. Weil ihr euch versteht, vermeidest du die Frustmomente und Wutanfälle, die viele Kinder nach ihrem ersten Lebensjahr zeigen. Mit vier Tipps startest du zu Hause erfolgreich: nicht zu früh anfangen, Gebärden für Eltern und für Kinder wählen, klein anfangen und für eine Gedächtnisstütze sorgen.

Warum ist dein Kind frustriert?

Als Elternteil eines Babys oder Kleinkinds kennst du die Situation bestimmt: Dein Kind ist aufgebracht, weil es etwas deutlich machen will, aber die Wörter fehlen noch. Die meisten Kinder durchlaufen nach ihrem ersten Lebensjahr eine Phase, in der sie schnell frustriert sind und Wutanfälle entwickeln können. Die Ursache: Sie wollen dir etwas erzählen, fühlen sich aber nicht verstanden.

Versetz dich einmal in ein Kind von 1 Jahr. Im letzten Jahr hast du dich mächtig angestrengt, um zu wachsen und neue Fähigkeiten zu lernen. Du kennst schon erste Wörter wie ‚Papa‘, ‚Mama‘ und ‚Katze‘, du verstehst, wenn Mama oder Papa sagt, dass du essen darfst oder ins Bett gehst, und du hast eigene Ideen und Bedürfnisse. Manchmal verstehen dich deine Eltern prima, aber ab und zu willst du etwas mitteilen und sie scheinen dich überhaupt nicht zu verstehen.

Nach dem Essen denkst du zum Beispiel: „Ich bin noch nicht fertig, ich will noch Banane“. Das zeigst du, indem du mit den Armen wedelst und Geräusche machst. Aber statt eine Banane zu bekommen, wirst du aus deinem Stühlchen gehoben und auf deine Krabbeldecke gelegt. Superfrustrierend, und ganz verständlich, dass du das Mama und Papa kurz wissen lässt.

Die Babygebärde für Banane

Mit einer einfachen Gebärde läuft diese Situation ganz anders. Stell dir vor, dein Kind kennt die Gebärde für Banane und kann so, noch vor den gesprochenen Wörtern, seinen Wunsch äußern. Dann versteht ihr euch und der Frustmoment bleibt aus.

Was sind Babygebärden?

Babygebärden sind einfache Bewegungen, die du zur Unterstützung der Wörter hinzufügst, die du aussprichst. Du sprichst ganz normal weiter mit deinem Kind, denn im Vordergrund steht immer, dass dein Kind die gesprochene Sprache so gut wie möglich lernt. Beim Sprechen setzt du nur mehr deine Hände ein. Die ausgesprochenen Wörter werden dadurch auch für dein Kleines sichtbar, und das fördert die Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten.

Es ist eigentlich dasselbe Prinzip wie das Winken beim Abschied: Du wedelst mit den Händen, während du ‚tschüss‘ sagst. Weil dein Kind das bei dir sieht, lernt es die Bedeutung der Bewegung und übernimmt sie mit der Zeit.

Du musst die Gebärden mit deinem Kind nicht ‚üben‘ oder besonders oft vormachen. Du benutzt die Gebärde ganz natürlich in den Momenten, in denen du das passende Wort aussprichst.

Eltern und Kind machen gemeinsam eine Babygebärde

Mehr über die Methode findest du bei Gebarendoodle.

Ab welchem Alter kann ein Kind Gebärden machen?

Die ersten Gebärden kann ein Kind schon ab 6 Monaten machen. Das liegt daran, dass die großen Bewegungen der Hände früher entwickelt sind als die kleinen Muskeln, die zum Aussprechen von Wörtern nötig sind. Im Durchschnitt beginnen Kinder zwischen 8 und 10 Monaten, die Gebärden zu benutzen.

Verglichen mit der Sprachentwicklung startest du die Kommunikation mit Gebärden also einige Monate früher. Dass sich dein Kind so früh in der Entwicklung schon verständlich machen kann, stärkt die Verbindung und sorgt für guten Kontakt zwischen dir und deinem Kleinen.

„Schon ab 6 Monaten kommuniziert dein Kind mit den Händen.“

Martina Paulmann

Vier Tipps für den Start mit Babygebärden

Hast du Lust, ein paar Babygebärden auszuprobieren? Mit diesen vier Tipps bekommst du das Know-how und unterstützt die Kommunikation mit Gebärden erfolgreich.

Tipp 1: Fang nicht zu früh an

Von 6 Monaten bis 2 Jahren ist die Wirkung von Babygebärden am größten. Das ist auch die Phase, in der ich den Start mit Babygebärden empfehlen würde. Bei einem jungen Baby von 6 Monaten dauert das Lernen der Gebärden deutlich länger als bei einem Kind von zum Beispiel 1 Jahr, einfach weil das Koordinieren der Hände noch viel Zeit braucht.

Bist du selbst eher ungeduldig? Dann fang erst etwas später in der Entwicklung mit den Gebärden an. Die Chance, dass dein Kind die Gebärden dann innerhalb weniger Wochen übernimmt, ist viel größer, als wenn du schon mit 6 Monaten beginnst.

Tipp 2: Wähle Gebärden für Eltern und Gebärden für Kinder

Grob gesagt gibt es zwei Arten von Gebärden. ‚Gebärden für Eltern‘ sind praktisch, um zum Beispiel Grenzen zu setzen, wie die Gebärde für ‚warten‘, ‚fertig‘ oder ‚vorsichtig‘. ‚Gebärden für Kinder‘ drehen sich um Dinge oder Situationen, die dein Kind sehr mag und über die es gern mehr erzählen möchte.

Für einen erfolgreichen Start benutzt du beide Arten. Wähle zu Beginn vor allem auch Gebärden für Dinge, die dein Kind sehr mag oder die für dein Kind eine direkte positive Funktion in der Kommunikation haben. So ist dein Kind eher geneigt, die Gebärden selbst zu benutzen.

Tipp 3: Fang klein an

Du musst kein Gebärdendolmetscher werden, um mit Babygebärden Frustmomente zu vermeiden. Es reicht schon, wenn du mit 6 bis maximal 12 Gebärden startest. So bleibt das Lernen der Gebärden für dich und dein Kind überschaubar.

Sobald dein Kind die ersten Gebärden benutzt, kannst du Schritt für Schritt eine neue Gebärde hinzufügen. So wachst ihr zusammen und lernt ganz einfach die Gebärden, die zu euch passen.

Tipp 4: Sorge für eine Gedächtnisstütze

Wenn du gerade erst mit Gebärden angefangen hast, ist es die Kunst, in der Hektik des Alltags daran zu denken. Kein Stress: Es ist normal, dass du es mal vergisst oder die Gebärden weglässt, wenn es gerade nicht passt. Im Allgemeinen ist es aber wichtig, dass du die gewählten Gebärden einigermaßen konsequent weiter benutzt.

Dabei hilft eine Gedächtnisstütze. Denk an einen Post-it am Kühlschrank oder ein (selbstgemachtes) Poster mit den Gebärden, die ihr benutzt.

So lernst du Babygebärden mit De Gebarendoodle

Ganz unkompliziert starten kannst du mit den Büchern von De Gebarendoodle:

Zu beiden Büchern gibt es schöne Poster mit allen Gebärden als Gedächtnisstütze. Die Bücher sind eine schöne Art, unkompliziert mit Babygebärden zu starten oder sich die Gebärden gemeinsam mit deinem Kind anzusehen.

In der Gebarenacademie lernst du in einzelnen, kurzen Modulen die schönsten Babygebärden rund um Themen, Lieder und Kinderbücher. Das ist die beste Option für eine gute und umfassende Gebärdenbasis, und wenn du vorhast, Gebärden auch beim Vorlesen und Singen zu benutzen.

Möchtest du mehr über Martina Paulmann wissen? Dann besuch ihre Website für mehr Informationen: gebarendoodle.nl/

Zusammenfassung

  • Babygebärden sind einfache Handbewegungen zu den Wörtern, die du aussprichst; du sprichst ganz normal weiter.
  • Ein Kind kann schon ab 6 Monaten Gebärden machen und benutzt sie im Durchschnitt ab 8 bis 10 Monaten, früher als die ersten Wörter.
  • Weil sich dein Kind verständlich machen kann, vermeidest du Frustmomente und Wutanfälle.
  • Starte zwischen 6 Monaten und 2 Jahren, mit 6 bis maximal 12 Gebärden für Eltern und für Kinder.
  • Ein Post-it oder Poster als Gedächtnisstütze hilft, die Gebärden konsequent zu benutzen.

Häufige Fragen

Wann fängt man am besten mit Babygebärden an?

Zwischen 6 Monaten und 2 Jahren ist die Wirkung am größten. Bist du ungeduldig, fang etwas später an: Ein Kind von etwa 1 Jahr übernimmt die Gebärden oft innerhalb weniger Wochen.

Wie viele Gebärden braucht man?

Starte mit 6 bis maximal 12 Gebärden. Sobald dein Kind die ersten Gebärden benutzt, fügst du Schritt für Schritt eine neue Gebärde hinzu.

Muss man die Gebärden mit dem Kind üben?

Nein. Du benutzt die Gebärde ganz natürlich in dem Moment, in dem du das passende Wort aussprichst, genau wie du winkst, während du ‚tschüss‘ sagst.

K
Kideo Kinderopvang Pedagogisch professional bij Kideo